| 16.02.10 - Gelnhausen - Auch in diesem Jahr zogen sich die närrischen Lindwürmer durch Gelnhausen und Wächtersbach, beides Main Kinzig Kreis. Aus den unzähligen Teilnehmern mit Fußgruppen und Motivwagen stach auch der Tauchsportclub Gelnhausen bei beiden Umzügen mit seinem aufwendig gestalteten Motivwagen zu dem Thema Überfischung der Weltmeere und Beifang heraus.
Unter der Künstlerischen Leitung des Profitätowierer und -airbrusher Michael Huth
( www.bleeding-roses.de und www.huth-design.de ) aus Mittelgründau wurde im Dezember des vergangenen Jahres mit der der Planung der diesjährigen Faschingskampagne begonnen. Ziel sollte es sein, die Bevölkerung ein wenig zum Nachdenken über die industrielle Fischerei und deren Folgen anzuregen. Als Tauchsportclub mit knapp 150 Mitgliedern, sehen wir es als eine unserer Aufgaben nicht nur das Umfeld unseres Sportes, das Meer, sondern auch die Artenvielfalt der Meeresbewohner zu schützen und die Mitmenschen für und mit unseren Ideen zu sensibilisieren.
Im Januar wurde dann mit dem Bau des Motivwagens begonnen. Als Grundkulisse wurde die Darstellung eines Industrie-Fischkutter gewählt, auf dem ein Raffgieriger Kapitän (Fischer) postiert ist. Der Symbolcharakter der Figur soll vermitteln, daß den Industriellen Fischern die Populationen und Artenvielfalt egal sind und nur der Gewinn zählt. Daher wurde der Fischer auch mit Geldscheinen versehen und goldene Verzierungen angelegt.
Die Darstellung des Meeres erfolgte an den Seitenblanken des Festwagens. Das Meer wurde bewußt leer gelassen, um zu Zeigen, daß viele Fischarten bedroht ja schon fast ausgestorben sind. Auf dem Kutter ansich wurden Haie, Delphine und Wale als Symbol der massiv geschützten und vom aussterben bedrohten Arten dargestellt, die heute aber immer noch gefangen und verstümmelt bzw. getötet werden. Sogar Babyhaie, besser bekannt unter dem Namen Schillerlocke, werden weiterhin gefischt und verarbeitet, was zur Folge hat, daß sich die Populationen nicht erholen können.
Insgesamt wurde seit dem Mitte Januar bis einschließlich Faschingsamstag täglich mehrere Stunden an der Gestaltung des Motivwagens und dem Gesamtkonzept gearbeitet und an den feinen Deteils gefeilt. Insgesamt ca. 20 Mitglieder des Vereines waren um das Gelingen dieser Darstellung bemüht. Das fertige Gesamtkonzept umfaßte letztendlich einen durch den Veranstalter in Gelnhausen mit dem 2. Platz prämierten Motivwagen und eine Fußgruppe, die schwarze Umhänge mit Fischgräten zur Darstellung der Trauer der Taucher, trug. Angeführt wurde die Fußgruppe durch den Neptun ( Herr der Weltmeere ) und dem Tod, der Neptun fest in seiner Gewalt hat. Diese Kostüme wurden in Eigenleistung hergestellt bzw. ergänzt.
Der Kreis der Arbeitsleistung schließt sich dann letztendlich in der Entscheidung in diesem Jahr keine Kamelle zu werfen, sondern kleine Kuscheltiere in Form von Meereslebewesen, die mit einem eigen gestalteten Anhänger versehen wurden. Hier wurden weitere Organisationen und Institutionen aufgeführt, die sich den Hintergrund des Festwagens als Hauptziel auf die Fahne geschrieben haben:
www.sharkalliance.org
www.prowildlife.de
www.sounds-of-seas.info
www.grean-ocean.org
www.sharkproject.org
Was ist Beifang:
Bedeutet, dass während eines Fangvorganges nicht nur die gewünschten Fische und Lebewesen in die Netze der Fischer gehen. Viele für die Industrie unbrauchbare Lebewesen gehen dabei in die Netze. Deren Verletzung und vor allem Tod werden dabei billigend in Kauf genommen. +++
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