16.02.10 - Ostheim - Der Faschingsumzug der Uhstemer Fosenöchter (UFos) war wieder Anziehungspunkt für viele Freunde der fünften Jahreszeit. In den Straßen der Ostheimer Innenstadt herrschte ausgelassene Stimmung, die Narren hatten den Luftkurort erobert und alles fest im Griff.
Einen echten Jecken können auch Schnee und Eis nicht schrecken, trotz frostiger Temperaturen säumten viele Schaulustige die Partymeile von der Paulinenstraße über die Marktstraße bis zum Parkplatz Streuwiese, zumal sich zwischenzeitlich sogar die Sonne zeigte und vom Himmel lachte. Es wimmelte nur so von Piraten, Clowns, Vampiren, Zauberern und anderen bunten Gestalten, die gut gelaunt zusammen feierten und die Stadt in Ausnahmezustand versetzten. Jede Menge Eisbären, Grizzlys, Affen und Raubkatzen hatten sich unter das lustige Volk gemischt – die tierischen Kostüme waren heuer besonders angesagt und boten ihren Trägern den Vorteil, gut gewärmt zu sein. Ansonsten half gegen die Kälte vor allem Bewegung, und die bot sich reichlich beim fröhlichen Schunkeln und Tanzen.
Der große Gaudiwurm bestand aus rund 30 Wägen und zahlreichen Fußgruppen. Vorneweg marschierten wieder die bunt verkleideten Musiker der Stadtkapelle, die dirigiert von Stadtmusikmeister Walter Bortolotti mit Stimmungsliedern gute Laune verbreiteten. Neben den Lokalmatadoren, den UFos mit ihrem Regentenpaar Mirko I. und Kerstin II. (Seifert) waren die Faschingsvereine aus der Umgebung, wie Mellrichstädter Karnevalsgesellschaft, Sondheimer Faschingsfreunde, Stettener Feuerwehrnarren, Fladunger Fasnachts Club und Oberfladunger Carneval-Club mit von der Partie. Auch viele andere Vereine und vor allem Jugendgruppen waren vertreten, ebenso Cliquen, wie die Familienfaschingsgruppe „Hänsel und Gretel“ aus Stockheim.
Weniger die „große“ Politik, sondern vielmehr das kommunale Geschehen wurde von den Wagenbauern thematisiert. So forderte zum Beispiel die Fladunger Jugend eine Disco, immerhin gibt es schon seit vielen Jahren keinen „Tanzschuppen“ mehr in der Gegend. Der Nachwuchs aus Stetten und Roth warb derweil schon einmal mit einem Party-Bus für das diesjährige Stetten-Turnier. Zudem gab es zahlreiche Spaßwägen, fahrende Kneipen und Biergärten. Im WM-Jahr 2010 durfte natürlich „König Fußball“ nicht fehlen. Die „Nurdemer Linsegöger“ sind jedenfalls jetzt schon im Kickerfieber. Einen tollen Beitrag zum bunten Faschingstreiben lieferten auch die Stettener Feuerwehrnarren, die mit ihren Kostümen den venezianischen Karneval in die Rhön brachten.
Absolute Renner beim Umzug waren einmal mehr Märchenmotive und Fantasiefiguren aus Kino und Fernsehen. Zu „Ghostbusters“ hatte das „Jugendräumle“ aus Mellrichstadt eine riesige Figur des „Marshmallow-Man“ kreiert, die hoch über ihrem Wagen in den Ostheimer Himmel ragte. Auch etliche Freibeuter zogen durch die Innenstadt, so die „Gruft Rappschause“ oder die Crew aus Ober- und Unterwaldbehrungen, die in einem stattliches Piratenschiff über die Marktstraße „schipperte.
Bürgermeister Ulrich Waldsachs und Gattin Maritta verfolgten mit Vertretern des Stadtrates und weiteren Ehrengästen, darunter auch Altbürgermeister Adolf Büttner, das bunte Treiben vom Balkon des Rathauses. Das Stadtoberhaupt und seine Ratsleute waren ganz offensichtlich vergnügt und wohl auch schon voller Vorfreude - schließlich dürfen sie ab Aschermittwoch, wenn die Narren die Amtsgeschäfte abgeben, wieder alle Zepter der Stadtführung übernehmen.Auch nach dem Umzug war noch Party angesagt. Die Ostheimer Gastronomie lud zum Weiterfeiern im Warmen ein und die Fasenöchter kamen der Einladung gerne nach. (eva) +++
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